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SimCity 4

Schaffe, schaffe, Häusle baue – Wir bauen eine Stadt

WERTUNG: 78 %

Ich persönlich bin ein großer Fan von Aufbauspielen. Vermutlich die Königsdisziplin ist der Aufbau einer kompletten Stadt, am besten einer richtig großen. Das Computerspiel „SimCity 4“ von Publisher EA bietet uns dazu nun die Gelegenheit.

Allgemeines zum Spiel

Das Spiel erschien bereits im Jahre 2003, genau genommen hat das Spiel auch schon einen Nachfolger. SimCity 4 wurde entwickelt von EA Games und seiner Tochterfirma Maxis, die u. a. auch für die sehr erfolgreiche Spielereihe „Die Sims“ verantwortlich war. SimCity 4 ist die bisher wohl umfangreichste Stadtbausimulation auf dem Markt.

Der Spielstart…

…gestaltet sich recht simpel. Nach dem Intro und dem Titelbildschirm erscheint eine hübsche Landkarte einer Region, deren Namen klangvoll Timbuktu lautet.

In dieser Region befinden sich die Tutorials, die dem Anfänger helfen sollen, sich in der Rolle des Bürgermeisters besser zurechtzufinden.

Abgesehen davon ist die Darstellung der Landkarte schon ein prägnantes Merkmal des Spiels. Denn anders als in sämtlichen anderen Teilen der Spieleserie SimCity, bewegt sich SimCity 4 nicht nur auf Stadtniveau, sondern bietet die Möglichkeit, eine komplexe Landschaft (EA nennt sie „Region“) aufzubauen, in der die Städte miteinander handeln, sich gegenseitig beeinflussen und fördern oder auch zu einer einzigen, gigantischen Metropole verwachsen.

Nachdem man also die ausführlichen und dennoch leicht verständlichen Einführungsspiele gespielt oder ausgelassen hat, kann man nun eine der verschiedenen Karten auswählen, indem man darauf klickt.

Alternativ bietet das Spiel auch die Möglichkeit, in eine der anderen vorgefertigten Regionen zu wechseln oder – woran jeder kreative Spieler seine helle Freude haben wird – eine komplett eigene zu erstellen, die dann nach Belieben geländetechnisch bearbeitet und bebaut werden kann.

Grundsteinlegung

Da haben wir also nun unser quadratisches Stück Land, auf dem wir schalten und walten dürfen, wie es uns gefällt.

Das Spiel bietet nun die Möglichkeit an, im so genannten Gottmodus (ganz links) noch mit den mächtigen und beeindruckend realistischen Geländetools „Terraforming“ betreiben.

Sind wir mit der Landschaft zufrieden, dann klicken wir auf den mittleren Button, den Hauptmodus des Spiels: den Bürgermeistermodus. Wir geben uns und der Stadt einen Namen und wählen, sofern das AddOn „Rush Hour“ installiert ist, noch einen Schwierigkeitsgrad.

Nach der Stadtgründung erscheint auf der linken Seite ein sehr übersichtliches Interface, das uns alle Möglichkeiten bietet, die Stadt zu bauen.

Doch obwohl das Menü recht simpel gestaltet ist, bietet es eine derartige Fülle an Elementen, dass sich ein Neueinsteiger schnell in den Tiefen des Menüs verheddern kann und ein ziemliches Chaos in der Stadt anrichtet – einen Rückgängig-Knopf gibt es nicht. Wenn die erste kleine Siedlung von vielleicht 500 Einwohnern gleich mit der Autobahn verbunden wird, ist das nicht nur weniger sinnvoll, auch geht der Abriss schnell ins Geld.

Fiese Finanzfallen foltern.

Das ist übrigens die wohl größte Schwierigkeit des Spiels. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad startet der Spieler mit 100.000, 200.000 oder 500.000 Geldeinheiten („Simoleons“), die aber schneller weg sind, als der Spieler gucken kann. Denn jede öffentliche Einrichtung, die Strom- und Wasserversorgung, die Straßeninstandhaltung und so viel weiteres kostet Geld. Und in Sachen Finanzen ist das Spiel penibel. Sehr penibel.

In unserer Beispielstadt Steefleton zahlen wir für eine Grundschule, ein Krankenhaus, eine Feuerwache, drei Windkrafträder und die Instandhaltung der Straßen und Parks bereits knapp 1.000 Simoleons pro Monat, nehmen aber nur etwas über 300 pro Monat durch Steuern ein. Die Aufgabe, das Stadtbudget ausgeglichen zu halten, ist die schwierigste Herausforderung des Spiels und lässt viele Anfänger gnadenlos scheitern.

Was braucht eine Stadt?

Und dennoch sind alle diese kostspieligen Einrichtungen lebensnotwendig. SimCity 4 besteht aus einem komplizierten System von Wechselwirkungen. So kann in der Stadt nur Wohlstand erreicht werden, wenn reiche Unternehmen reiche Bewohner anlocken. Reiche Unternehmen siedeln sich aber nur an, wenn das Bildungsniveau der Stadt sehr hoch ist.

Damit die reiche Bevölkerung bleibt, will sie neben einem guten Bildungs- auch ein hervorragendes Gesundheitssystem, außerdem sollte das Wohngebiet viele Grünflächen, Parks und Bäume aufweisen, damit die Attraktivität den Anforderungen entspricht. Dann spielen noch Faktoren wie Luft- und Wasserverschmutzung, Versorgung mit Strom und fließendem Wasser, Polizei und Feuerwehr, Müll, Strahlenbelastung, Pendelverkehr, Verkehrslärm und Layout der Stadt eine nicht unwichtige Rolle dabei, ob die Bevölkerung in prächtigen Villen lebt oder in heruntergekommenen Slums haust.

Stau ist absolut nicht komisch.

Wir merken schon – das Spiel ist extrem anspruchsvoll. Selbst ich als jahrelanger Spieler, der sich eigentlich mit dem Spiel auskennen sollte, scheitere noch an den primitivsten Problemen, wie zum Beispiel dem elenden Verkehrsstau. Zunächst scheint er kein Problem, doch ist die Stadt erst mal gewachsen, dann ist er plötzlich da.Abhilfe schaffen Straßenausbau, öffentlicher Personennahverkehr oder eine sehr kostspielige Autobahn.

Leider hat das Basisspiel ein Problem. Die Wegfindung der Menschen der Stadt (die sogenannten Sims) ist unlogisch. Da baut man an der einen Stelle aus, aber die Sims haben es sich anders überlegt und verstopfen an der Kreuzung drei Blocks weiter die Straße. Die neu ausgebaute Stelle benutzt kaum noch jemand.

Diese Situation brachte schon den einen oder anderen Bürgermeister an den Rande der Verzweiflung und zur Abwahl. Das hat man eingesehen und behebt mit dem AddOn „Rush Hour“ dieses große Problem. Außerdem wird die Gelegenheit genutzt und dem Spiel zahlreiche neue, sinnvolle Verkehrswege zugefügt.

Noch im selben Jahr wie SimCity 4 erschien das Zusatzpaket. Doch es ist nicht bloß ein besserer Patch. Das AddOn hat noch viel mehr zu bieten.

Selbst ist der Mann.

Es ist dank ihm nun zum Beispiel endlich möglich, eigens erstelle Gebäude ins Spiel einzubringen. In der großen Communitiy gibt es unzählige davon zum Download.

Diese Möglichkeit der Erweiterung mit „Custom Content“ ist sehr EA-typisch. Aber bei SimCity 4 reichen die Erweiterungen noch weiter. So ist es der Fangemeinde mit einem NAM genannten Projekt, das für „Network AddOn Mod“ steht, gelungen, dem Spiel noch zahlreiche weitere Verkehrswege hinzuzufügen. Diese gigantische Erweiterbarkeit macht das Spiel an sich noch mal so spielenswert.

Grafik ist das halbe Leben

Details gibt es reichlich, fast schon zu viele. Die Grafik des Spiels ist für eine isometrische Sicht geradezu genial. Man kann in jeden Hinterhof schauen, wo vielleicht ein Hühnerkäfig oder eine alte Badewanne, ein Pool oder ein Trampolin oder so viel anderes steht, das dem Spieler vielleicht erst beim zweiten Blick auffällt, aber dafür genauso den Flair des Spiels ausmacht. Irgendwo streiten sich zwei Passanten, hier und da sieht man sogar eine Autoentführung, und zwar live. Oder man betrachtet das Fußballspiel im Stadion. Oder die Schüler, die in der Pause auf dem Schulhof spielen. Oder, oder, oder.

Das Spiel benutzt teilweise 3D-Grafiken, die in einem speziellen System als Sprites in der Stadt dargestellt werden. Ein derart detailliertes Spiel sieht man sehr selten auf dem Markt.

Die andere Hälfte

Allerdings hat die Grafik auch ihren Preis. Die extrem aufwändige Simulation, die sich gleichzeitig um den Verkehr, um die Entwicklung der Gebäude, die Berechnung der verschiedenen Faktoren und der Bürgermeisterbewertung und dann noch um die Darstellung aller Einzelheiten kümmern muss, zwingt selbst rechenstarke PCs leicht mal in die Knie. Teilweise dauert es minutenlang, bis der Simulator den nächsten Spieltag darstellen kann.

Eine weitere Schwäche des Spiels ist, dass viele der Bugs, die in der PC-Version behoben sind, auf Mac-Computern noch existieren. Das Spiel ist eher für Windows-Rechner ausgelegt.

Als dritten Schwachpunkt, der vielleicht der größte ist, ist der Schwierigkeitsgrad zu nennen. Vor allem für Neuanfänger ist das Spiel so gut wie gar nicht zu bewältigen; erst nach einer mühsamen und langen Einarbeitungsphase, in der zahlreiche Städte gebaut und wieder abgerissen werden müssen, kann sich der Spieler wirklich gut nennen.

Fazit

Selbst nach diesem ellenlangen und sehr ausführlichen Bericht kann ich sagen, dass die Möglichkeiten des Spiels immer noch nicht zu 100 % ausgelotet sind. Handel und Geschäftsabschlüsse, die tiefergehende Geländebearbeitung, die verschiedenen Eigenheiten von Wohn-, Gewerbe- und Industriegebieten sowie deren Unterteilung in Stufen, die zahlreichen Statistiken und Übersichten, das Belohnungssystem, die genaue Finanzregulierung, Katastrophen sowie die sieben Berater und Tippgeber und noch so vieles weitere habe ich ausgelassen.

In diesem so simpel anmutenden Spiel („Bau mal eine Stadt!“) steckt ein so umfangreiches System aus Wechselwirkungen, dass man sich fast fragen könnte, wie man es fertig gebracht hat, all das auf zwei CDs zu pressen.

Trotz des anspruchsvollen Gameplays und der Eigenheit, dass selbst mordernste PCs an diesem Spiel fast verzweifeln – ich empfehle es jedem, der wirklich realitätsnahe Siedlungen bauen will. Es ist wahnsinnig interessant, eine Stadt zu bauen, mit ihr die Höhen und Tiefen durchzumachen, sie vielleicht zu zerstören und wieder aufzubauen – das Spiel bietet, so wie die meisten der Simulationen aus dem Hause EA, grenzenlose Möglichkeiten.

Text gekürzt. Volllständigen Artikel als PDF zum Download hier

Ein neuer Artikel über das Actionspiel Assassin’s Creed auf http://www.spyyourgame.de/assassins-creed/ http://amplify.com/u/a1hjzv

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